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SuccessFactors

SAP HCM (HXM) Roadmap – wohin geht die Reise?

Die Welt der SAP-HCM-Software unterliegt gerade einem starken Wandel. Produkte, die bereits seit Jahrzehnten zum Einsatz kommen, sollen nicht mehr weitergeführt werden. Gleichzeitig hat SAP bereits neue Alternativen dazu angekündigt und teilweise schon eingeführt. Für viele Kunden ist es nicht klar, welche Auswirkungen diese Veränderungen mit sich bringen werden.

Karsten Reincke-Brandt

29.01.2026 · 5 min read

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In manchen Unternehmen überwiegt die Vorfreude auf neue Funktionen im SAP-HR-Umfeld. Diese reichen von der stärkeren Cloud-Anbindung bis hin zum Einsatz künstlicher Intelligenz. Andere Betriebe stehen den Entwicklungen hingegen skeptisch gegenüber und befürchten hohe Anpassungs- und Migrationskosten. Ziel dieses Blogbeitrags ist es, einen Überblick über die aktuellen Veränderungen rund um SAP HCM, HCM SAP sowie die Cloud-Lösungen im Kontext von SAP HXM zu geben. Im Fokus stehen dabei die strategische Ausrichtung von SAP und die Weiterentwicklung der Softwarelösungen für das Personalmanagement.

SuccessFactors: Der Weg geht in die Cloud

Genau wie viele andere Software-Konzerne verfolgt auch SAP konsequent eine Cloud-Strategie. Spätestens seit der Übernahme des US-amerikanischen Cloud-Anbieters SuccessFactors im Jahr 2011 ist diese Ausrichtung klar erkennbar. Zwar ist SAP HCM als klassische On-Premise-Lösung weiterhin in vielen Unternehmen im Einsatz. Gleichzeitig hat sich die cloudbasierte SAP SuccessFactors Suite in den vergangenen Jahren stark etabliert und wird weltweit von tausenden Organisationen genutzt.

Dass SAP die Cloud bevorzugt, ist weiterhin eindeutig. Nahezu alle Innovationen entstehen heute in diesem Umfeld. Ein zentrales Beispiel hierfür ist der verstärkte Einsatz von künstlicher Intelligenz, etwa für Prognosen, Analysen und Entscheidungsunterstützung im HR-Umfeld. Damit können Unternehmen ihre Personalentscheidungen auf eine deutlich fundiertere Basis stellen.

Die Neuerungen sind jedoch nicht nur technischer Natur. SAP hat die strategische Perspektive auf HR erweitert. Während HCM SAP klassisch für Human Capital Management steht und einen stark betriebswirtschaftlichen Fokus hat, wurde mit SAP HXM (Human Experience Management) ein Ansatz geprägt, der die Mitarbeitenden stärker in den Mittelpunkt rückt. Ziel ist es, nicht nur Prozesse zu verwalten, sondern Erlebnisse entlang des gesamten Employee Lifecycles zu gestalten.

In der aktuellen SAP-Kommunikation wird heute wieder überwiegend der Begriff SAP HCM verwendet. SAP HXM beschreibt dabei weniger ein eigenständiges Produkt, sondern vielmehr einen konzeptionellen Ansatz, der insbesondere in den Cloud-Lösungen von SuccessFactors umgesetzt wird.

Zahlreiche Dienste von SuccessFactors in SAP HCM integriert

Auch Unternehmen, die weiterhin auf SAP HCM On-Premise setzen, können ausgewählte Cloud-Funktionen nutzen. SAP hat die Systeme so konzipiert, dass hybride Szenarien möglich sind. Einzelne Services aus dem SuccessFactors-Umfeld lassen sich ergänzend integrieren.

So können bestehende HCM-SAP-Systeme weiter genutzt und gleichzeitig um moderne Funktionen erweitert werden, die SAP ausschließlich über die Cloud bereitstellt. Für viele Unternehmen stellt dies einen pragmatischen Zwischenschritt dar.

Wartungsende für SAP HCM ab 2027

Eine weiterhin zentrale Information ist das angekündigte Wartungsende für SAP HCM. Der reguläre Mainstream-Support für die On-Premise-Lösung läuft ab 2027 aus. Diese Software ist aktuell noch in zahlreichen Unternehmen im Einsatz.

Dieses Supportende unterstreicht die Cloud-Strategie von SAP deutlich. Unternehmen, die SAP HCM weiterhin nutzen, sollten sich daher frühzeitig mit möglichen Zielarchitekturen beschäftigen. Wartet man zu lange, kann der Zeitdruck bei der Umstellung erheblich steigen, da HR-Transformationen erfahrungsgemäß komplex und zeitintensiv sind.

Verlängerter Support bis 2030

Zusätzlich bietet SAP für SAP HCM unter bestimmten Voraussetzungen einen erweiterten Support bis 2030 an. Dies kann den Eindruck erwecken, dass ausreichend Zeit für eine spätere Entscheidung bleibt. Allerdings ist diese Verlängerung an klare Bedingungen geknüpft und bietet nicht den gleichen Leistungsumfang wie der bisherige Mainstream-Support.

Unternehmen sollten ihre HR-Strategie daher nicht allein auf diesen verlängerten Support ausrichten, sondern ihn höchstens als Übergangslösung betrachten.

SAP S/4HANA – neue technologische Basis

Eine wichtige technologische Entwicklung stellte die Einführung von SAP S/4HANA dar. Dieses System basiert auf der In-Memory-Datenbank SAP HANA und bildet die Grundlage für die neue SAP-Produktgeneration. S/4HANA ist sowohl als Cloud- als auch als On-Premise-Variante verfügbar.

Im Personalmanagement erfolgt die Umstellung schrittweise. Das klassische SAP HCM basiert weiterhin auf der bisherigen ERP-Technologie. Mit SAP HCM for S/4HANA stellt SAP jedoch eine technische Weiterentwicklung bereit. Diese ist nicht zwingend als direkter Nachfolger gedacht, sondern vielmehr als Option für Unternehmen, die ihre HR-Systeme weiterhin On-Premise betreiben möchten.

Voraussetzung für SAP HCM for S/4HANA ist die Nutzung der HANA-Datenbank. Für Unternehmen, die bislang andere Datenbanksysteme einsetzen, kann dies zusätzlichen Anpassungsaufwand bedeuten.

SAP hat für SAP HCM for S/4HANA einen Support bis mindestens 2040 angekündigt. Damit bietet sich diese Lösung insbesondere für Organisationen an, die langfristig keine vollständige Cloud-Migration planen oder umsetzen können.

Reduzierter Funktionsumfang bei SAP HCM for S/4HANA

Trotz der langfristigen Support-Zusage zeigt sich auch hier die Cloud-Ausrichtung von SAP. Im Vergleich zum klassischen SAP HCM stehen in SAP HCM for S/4HANA nicht mehr alle Funktionen zur Verfügung. Einige Komponenten werden ab 2027 nicht mehr On-Premise angeboten und müssen durch alternative Lösungen ersetzt werden.

Der Funktionsabbau fällt insgesamt geringer aus als ursprünglich angekündigt. Dennoch ist davon auszugehen, dass funktionale Innovationen künftig fast ausschließlich in den Cloud-Lösungen entstehen. On-Premise-Systeme werden vor allem stabil gehalten und an gesetzliche Anforderungen angepasst.

Einordnung von HCM und HXM

Abschließend lohnt sich ein Blick auf die Begriffe HCM und HXM, die im Markt weiterhin parallel verwendet werden. HCM fokussiert sich traditionell auf administrative und operative HR-Prozesse. HXM erweitert diese Perspektive um Themen wie Mitarbeiterzufriedenheit, Feedback, Bindung und Employee Experience.

Diese Funktionen gewinnen in Zeiten von Fachkräftemangel zunehmend an Bedeutung. Moderne HR-Software soll nicht nur verwalten, sondern aktiv dazu beitragen, Mitarbeitende zu binden und positive Erlebnisse zu schaffen. Genau hier setzen die Cloud-Lösungen rund um SAP HXM an – auch wenn SAP selbst heute wieder stärker von SAP HCM spricht.

Zusammenfassung der Entwicklung bei SAP HR-Lösungen

Betrachtet man die Entwicklung der SAP-HR-Lösungen insgesamt, lassen sich zwei zentrale Trends erkennen:

  • SAP verfolgt konsequent eine Cloud-Strategie. Innovationen entstehen überwiegend im Cloud-Umfeld, während On-Premise-Lösungen schrittweise in den Wartungsmodus übergehen.
  • Der Fokus verschiebt sich von reiner Prozessverwaltung hin zu einer stärkeren Berücksichtigung der Mitarbeitenden und ihrer Bedürfnisse.

Fazit zur SAP-Strategie im HR-Umfeld

Die SAP-HR-Landschaft befindet sich weiterhin im Wandel. Cloud-Technologie, Automatisierung und datenbasierte Entscheidungen gewinnen an Bedeutung. Auch wenn SAP heute wieder primär von SAP HCM spricht, bleibt der HXM-Gedanke ein zentraler Bestandteil der strategischen Ausrichtung.

Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den eigenen Handlungsoptionen auseinandersetzen, um ihre HR-Systeme zukunftssicher aufzustellen. Zalaris unterstützt Sie dabei gern bei der Planung und Umsetzung Ihrer HR-Transformation

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Karsten Reincke-Brandt

Author

Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Projektsteuerung, Beratung und Betreuung verschiedenster SAP HCM-Themen, hat Karsten Reincke-Brandt schon viele Unternehmen bei der Transformation ihrer HR-Prozesse begleitet. Bei Zalaris verantwortet er als Director Sales verschiedene vertriebliche Aktivitäten und kennt die Fragen, die sich Unternehmen vor und auch während der Zusammenarbeit mit einem HR-/IT-Dienstleister stellen.