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Personalstrategie entwickeln: Bestandteile, Ziele und Umsetzung in 8 Schritten

Eine Personalstrategie legt fest, wie ein Unternehmen Personal gewinnt, entwickelt, bindet und einsetzt, damit es seine Geschäftsziele erreicht. Dieser Beitrag zeigt, welche Bestandteile dazugehören, wie die Personalstrategie mit der Unternehmensstrategie zusammenhängt und wie Sie sie in acht Schritten entwickeln und umsetzen.

15. Oktober 20248 min read
Karsten Reincke-Brandt
by Karsten Reincke-Brandt
Mehrere Personen in Businesskleidung stehen vor einem Whiteboard, eine Frau schreibt Notizen an

In acht praxisnahen Schritten zeigen wir Ihnen, wie Sie eine effiziente Personalstrategie entwickeln und erfolgreich in die Tat umsetzen.

Was ist eine Personalstrategie?

Die Personalstrategie ist ein strukturiertes Konzept, das sich auf die Gestaltung und Steuerung der Humanressourcen innerhalb eines Unternehmens konzentriert. Sie definiert, wie die strategische Personalarbeit das Unternehmen bei der Verwirklichung seiner übergeordneten Ziele unterstützen kann. Eine gut durchdachte Personalstrategie bezieht sowohl die aktuellen Marktbedingungen als auch zukünftige Entwicklungen ein.

Personalstrategien berücksichtigen die Entwicklung von Kompetenzen, die Schaffung einer positiven Arbeitsumgebung und die Förderung der Mitarbeitendenzufriedenheit.

Wichtige Bestandteile einer Personalstrategie

  • Personaleinsatzplanung: Wie viele Mitarbeitende werden wann und wo benötigt? Welche Qualifikationen sind gefragt?
  • Rekrutierung und Onboarding: Welche Strategien werden genutzt, um neue Talente zu gewinnen und erfolgreich in das Unternehmen zu integrieren?
  • Mitarbeitendenentwicklung: Welche Maßnahmen werden ergriffen, um Mitarbeitende weiterzubilden und ihre Karriere im Unternehmen zu fördern?
  • Motivations- und Bindungsprogramme: Welche Anreize setzt das Unternehmen, um Mitarbeitende langfristig zu binden und ihre Zufriedenheit zu steigern?

Wie hängen Personalstrategie und Unternehmensstrategie zusammen?

Die Personalstrategie kann nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft ist.

Die Unternehmensstrategie legt den Rahmen fest, innerhalb dessen die Personalstrategie operieren muss. Sie gibt vor, welche Prioritäten im Unternehmen gesetzt werden und welche Qualifikationen und Kompetenzen besonders wichtig sind. Die Personalstrategie übersetzt diese Vorgaben dann in konkrete Maßnahmen im Bereich der Personalbeschaffung, -entwicklung und -führung.

Relevanz der Verknüpfung beider Strategien

  • Erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Geschäftsziele erreicht werden.
  • Steigert die Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Talentförderung.
  • Sorgt für eine gelungene Anpassung an Marktveränderungen und strategische Neuausrichtungen.

Welche Ziele verfolgt eine Personalstrategie?

Die Ziele einer Personalstrategie sind eng an die unternehmerischen Herausforderungen und Ambitionen gebunden. Es geht dabei ebenso um die Bereitstellung der nötigen personellen Ressourcen, wie um die Schaffung eines Arbeitsumfelds, das Innovation, Produktivität und Mitarbeitendenbindung fördert.

Hauptziele einer Personalstrategie

1. Talentgewinnung und -bindung

Die richtigen Fachkräfte sollen angezogen und langfristig ans Unternehmen gebunden werden. Das beinhaltet Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitgebendenattraktivität sowie zur Schaffung von Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten.

2. Mitarbeitendenentwicklung

Fortwährendes Lernen und Weiterqualifizierungen der Mitarbeitenden sind eine wichtige Grundlage, um auf Marktveränderungen und technologische Entwicklungen zu reagieren.

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3. Mitarbeitendenbindung und Motivation

Ein positives Arbeitsumfeld, in dem sich Beschäftigte wertgeschätzt und gefördert fühlen, erhöht die Bindung und fördert die Produktivität.

4. Anpassung an den Wandel

Unternehmen müssen sich ständig neuen Herausforderungen und Marktveränderungen stellen. Die Personalstrategie unterstützt dabei, flexibel auf diese Veränderungen zu reagieren.

5. Förderung der Zusammenarbeit und Kommunikation

Der Aufbau einer offenen und vertrauensvollen Unternehmenskultur ist essentiell, um das Potenzial der Mitarbeitenden optimal zu nutzen.

Personalstrategie entwickeln: die 8 Schritte

Die folgenden Schritte bauen aufeinander auf. In der Praxis laufen einige parallel, und Schritt 8 führt regelmäßig zurück zu Schritt 1.

Schritt 1: Ausgangslage analysieren

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme. Intern geht es um Personalbestand, Altersstruktur, Qualifikationen, Fluktuation, Fehlzeiten, Personalkosten und die Leistungsfähigkeit der HR-Prozesse. Extern sind unter anderem die Lage auf dem relevanten Arbeitsmarkt, demografische Entwicklungen, rechtliche Änderungen und technologische Trends zu betrachten. Grundlage sind verlässliche Personaldaten. Liegen diese verteilt in mehreren Systemen und Tabellen, kostet bereits dieser Schritt viel Zeit.

Schritt 2: Handlungsbedarf ermitteln

Aus der Unternehmensstrategie wird abgeleitet, welcher Personalbedarf in den nächsten Jahren entsteht, quantitativ (wie viele Stellen) und qualitativ (welche Kompetenzen). Der Vergleich mit der Ist-Situation aus Schritt 1 zeigt, wo Lücken entstehen, etwa durch Altersabgänge in Schlüsselrollen oder fehlende digitale Kompetenzen. Methoden dafür beschreibt der Beitrag zum Workforce Planning.

Schritt 3: Messbare Ziele festlegen

Aus dem Handlungsbedarf werden konkrete Ziele abgeleitet. Sie sollten messbar, terminiert und realistisch sein. Statt „Fluktuation senken“ also zum Beispiel: „Die Frühfluktuation im ersten Beschäftigungsjahr sinkt bis Ende des kommenden Geschäftsjahres um einen festgelegten Prozentsatz.“ Nur so lässt sich in Schritt 8 beurteilen, ob die Strategie wirkt.

Schritt 4: Handlungsoptionen entwickeln und bewerten

Für jedes Ziel gibt es meist mehrere Wege. Eine Kompetenzlücke lässt sich durch Weiterbildung, Neueinstellungen, externe Dienstleister oder eine Kombination schließen. Die Optionen werden nach Wirkung, Kosten, Zeitbedarf und Umsetzbarkeit verglichen. Dabei hilft es, die Fachbereiche einzubeziehen, weil sie die Machbarkeit im Arbeitsalltag am besten einschätzen können.

Schritt 5: Maßnahmenplan mit Verantwortlichen und Zeitplan erstellen

Die ausgewählten Optionen werden in konkrete Maßnahmen übersetzt. Für jede Maßnahme sind Verantwortliche, Budget, Zeitplan und die Kennzahl festzulegen, an der der Fortschritt gemessen wird. Ohne klare Zuständigkeiten bleibt eine Strategie eine Absichtserklärung.

Schritt 6: Strategie kommunizieren

Führungskräfte und Mitarbeitende müssen wissen, was die Strategie vorsieht, warum sie das tut und was sich für sie persönlich ändert. Besteht ein Betriebsrat, ist er frühzeitig zu beteiligen. Wie Kommunikation scheitert und was dagegen hilft, beschreibt der Abschnitt „Warum Personalstrategien in der Umsetzung scheitern“.

Schritt 7: Maßnahmen umsetzen und in Prozesse integrieren

Maßnahmen wirken dauerhaft nur, wenn sie in bestehende Prozesse eingebettet sind: Ein neues Entwicklungsprogramm gehört in den Zyklus der Mitarbeitergespräche, ein neues Onboarding-Konzept in den Einstellungsprozess. Wo nötig, werden neue Strukturen oder Rollen geschaffen. Ein laufendes Monitoring der festgelegten Kennzahlen zeigt früh, ob nachgesteuert werden muss.

Schritt 8: Ergebnisse überprüfen und Strategie anpassen

Mindestens einmal jährlich, idealerweise im Takt der Unternehmensplanung, wird geprüft, ob die Ziele erreicht wurden und ob sie noch zur Unternehmensstrategie passen. Grundlage sind die Kennzahlen, Rückmeldungen aus der Belegschaft und Einschätzungen der Führungskräfte. Die Ergebnisse fließen in die nächste Analyse ein.

Warum Personalstrategien in der Umsetzung scheitern

Viele Personalstrategien scheitern nicht am Konzept, sondern an der Umsetzung. Häufige Ursachen sind:

  • Die Strategie wird nur im Führungskreis vorgestellt. Mitarbeitende erfahren nicht, warum sich etwas ändert und was das für sie bedeutet. Dadurch fehlt die Akzeptanz für einzelne Maßnahmen.
  • Führungskräfte sind nicht eingebunden. Sie entscheiden täglich über Einstellungen, Entwicklung und Arbeitsorganisation. Verstehen sie die Strategie nicht oder tragen sie sie nicht mit, wird sie nicht umgesetzt. Kurze Workshops, in denen Führungskräfte die Strategie auf ihren Bereich übertragen, helfen dabei.
  • Ziele bleiben unverbindlich. Ohne Kennzahlen und Verantwortliche lässt sich nicht feststellen, ob Maßnahmen wirken.
  • Es fehlen Rückmeldewege. Regelmäßige Befragungen oder Feedbackrunden zeigen, wie Maßnahmen bei den Beschäftigten ankommen, und liefern Hinweise für Anpassungen.

Konkrete Beispiele aus dem eigenen Unternehmen machen die Strategie greifbar, etwa wie ein Bereich eine Nachfolge intern besetzen konnte. Solche Beispiele sind für interne Newsletter, Townhalls oder Teammeetings verständlicher als abstrakte Zielbilder.

Mehr zum Thema HR Change Management

Flexibilität der HR Strategie: Anpassung an Markt- und Unternehmensveränderungen

Eine statische Personalarbeit läuft Gefahr, schnell an Relevanz zu verlieren und wichtige Entwicklungen zu übergehen. Regelmäßige Überprüfungsmechanismen und oben genannte Feedbackschleifen in die Strategie zu integrieren, hilft dabei, frühzeitig Risiken und Chancen zu erkennen.

Ein solcher Mechanismus könnte die Einführung eines HR-Monitorings sein. Dabei werden relevante Kennzahlen wie Fluktuationsraten, Krankenstände oder Qualifikationslücken kontinuierlich erhoben und analysiert. Auf dieser Basis lassen sich Trends erkennen, auf die proaktiv reagiert werden kann.

Auch die Entwicklung der Unternehmenskultur spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Unternehmen, die ihre Kultur an veränderte Anforderungen anpassen können, sind besser in der Lage, die notwendigen Talente zu gewinnen und zu halten. Dazu kann die Einführung von Kulturbarometern hilfreich sein, die regelmäßig die Stimmung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden erfassen und Veränderungen im Arbeitsklima erkennen lassen.

Eine erfolgreiche HR Strategie muss daneben auch in der Lage sein, verschiedene Stoßrichtungen gleichzeitig zu verfolgen. Während einige Bereiche des Unternehmens vielleicht Personal abbauen, müssen in anderen Bereichen möglicherweise neue Kompetenzen aufgebaut werden.

Welche Rolle HR-Software bei der Umsetzung spielt

Eine Personalstrategie ist nur so gut wie die Daten, auf denen Analyse, Zielsetzung und Erfolgsmessung beruhen. Liegen Stammdaten, Abrechnungs-, Zeit- und Qualifikationsdaten in getrennten Systemen, müssen Kennzahlen aufwendig zusammengeführt werden, und Auswertungen sind oft schon veraltet, wenn sie vorliegen.

HR-Software unterstützt die Umsetzung vor allem auf drei Ebenen:

  • Datengrundlage: Ein zentraler Datenbestand macht Kennzahlen wie Fluktuation, Altersstruktur oder Qualifikationen konsistent auswertbar, auch über Länder und Gesellschaften hinweg.
  • Analyse und Planung: Dashboards und Analytics-Werkzeuge zeigen Entwicklungen früher und erleichtern Szenarien für die Personalplanung. Wie sich Skill-Lücken und Fluktuation vorausschauend erkennen lassen, beschreibt der Beitrag zum Predictive Workforce Planning.
  • Entlastung von Routineaufgaben: Self-Services und automatisierte Workflows für Abrechnung, Zeitwirtschaft oder Reisekosten verringern den Verwaltungsaufwand. Die freiwerdende Kapazität kann HR für strategische Aufgaben nutzen.

Ein Beispiel für eine solche Plattform ist Zalaris PeopleHub. Sie bündelt HR, Payroll und Zeitwirtschaft und lässt sich an länderspezifische Anforderungen anpassen. Für Auswertungen bietet Zalaris eine People-Analytics-Lösung auf Basis von Microsoft Power BI.

Fazit: Eine Personalstrategie ist ein Arbeitsinstrument, kein Dokument

Eine Personalstrategie übersetzt die Unternehmensziele in konkrete Anforderungen an Personalgewinnung, -entwicklung, -bindung und -einsatz. Die acht Schritte führen von der Analyse über messbare Ziele und einen Maßnahmenplan bis zur regelmäßigen Überprüfung. Ob die Strategie wirkt, entscheidet sich weniger an ihrer Formulierung als daran, ob Führungskräfte sie mittragen, Ziele mit Kennzahlen hinterlegt sind und die nötigen Daten verlässlich zur Verfügung stehen.

Sie möchten Ihre HR-Daten und -Prozesse als Grundlage für Ihre Personalstrategie zusammenführen? Sprechen Sie mit unseren Expertinnen und Experten.

Karsten Reincke-Brandt

Karsten Reincke-Brandt

Autor

Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Projektsteuerung, Beratung und Betreuung verschiedenster SAP HCM-Themen, hat Karsten Reincke-Brandt schon viele Unternehmen bei der Transformation ihrer HR-Prozesse begleitet. Bei Zalaris verantwortet er als Director Sales verschiedene vertriebliche Aktivitäten und kennt die Fragen, die sich Unternehmen vor und auch während der Zusammenarbeit mit einem HR-/IT-Dienstleister stellen.