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SAP BTP: Was ist die SAP Business Technology Platform?

Unternehmen stehen vor der enormen Herausforderung, bestehende SAP-Systeme modernisieren und neue Anwendungen integrieren zu müssen, ohne die gewachsene IT-Landschaft komplett neu aufzubauen. Dazu dient die SAP Business Technology Platform (SAP BTP). Die Cloud-Plattform bündelt Datenmanagement, Analysen, Künstliche Intelligenz (KI) und Anwendungsentwicklung in einer zentralen Umgebung. Besonders im Kontext von Clean-Core-Strategien und der Migration auf SAP S/4HANA gewinnen diese Services an Bedeutung. Sie können Innovationen schneller umsetzen und individuelle Anforderungen abbilden, ohne den Kern Ihrer SAP-Landschaft zu verändern.

2. Juli 202611 min read
Karsten Reincke-Brandt
by Karsten Reincke-Brandt
SAP BTP: Was ist die SAP Business Technology Platform?

Warum SAP BTP für Unternehmen immer wichtiger wird

Anforderungen an Flexibilität, Automatisierung und Datennutzung steigen im gesamten Markt. Ein wichtiger Treiber ist die Cloud-Transformation. Unternehmen möchten Anwendungen schneller bereitstellen, Systeme flexibler erweitern und Daten standortübergreifend verfügbar machen. Die SAP BTP schafft hierfür eine technische Grundlage, indem sie Cloud-Services, Datenmanagement, Integration und Anwendungsentwicklung zusammenführt.

Auch im Zusammenhang mit SAP S/4HANA spielt die Plattform eine zentrale Rolle. Viele Unternehmen migrieren aktuell von älteren ERP-Systemen auf SAP S/4HANA oder planen diesen Schritt. Dabei stellt sich häufig die Frage, wie individuelle Anforderungen umgesetzt werden können, ohne den Standard unnötig anzupassen. Genau hier unterstützt die BTP: Erweiterungen und individuelle Anwendungen lassen sich außerhalb des ERP-Kerns entwickeln und anbinden.

Dieses Prinzip wird als „Clean Core“ bezeichnet. Ziel ist es, den Kern von SAP S/4HANA möglichst standardnah zu halten, damit Updates einfacher umgesetzt und Innovationen schneller eingeführt werden können. Anpassungen erfolgen stattdessen über die SAP Business Technology Platform. Unternehmen reduzieren dadurch technische Komplexität und bleiben langfristig flexibler.

Ein weiterer konkreter Treiber ist das bevorstehende Wartungsende für SAP ECC: Der reguläre Support endet Ende 2027, eine kostenpflichtige Extended Maintenance ist bis 2030 möglich. Für Unternehmen, die diesen Wechsel vorbereiten, ist die SAP BTP ein zentrales Werkzeug, um Erweiterungen und individuelle Prozesse bereits jetzt clean-core-konform aufzusetzen.


SAP BTP und wo sie zum Einsatz kommt

Die Lösung besteht aus einer einheitlichen Technologieplattform, die sowohl Low-Code- als auch Pro-Code-Entwicklung ermöglicht und verschiedene Funktionen wie Daten- und Analysetools, Integrationen sowie erweiterte Planung und Analyse umfasst. Eine moderne Entwicklungsumgebung erleichtert IT-Entwickler:innen und sogenannten Citizen Developers  dabei die Arbeit.

Die Stärke der SAP BTP liegt in ihrer Flexibilität und ihrer Fähigkeit, auf vereinheitlichte Programmierschnittstellen (APIs) zuzugreifen, die sowohl SAP- als auch Drittanbieterdienste sowie Eigenentwicklungen umfassen. Dies ermöglicht es Ihnen als Unternehmen, Daten aus verschiedenen Quellen direkt zu integrieren und zu nutzen. Die Plattform bietet somit eine einheitliche Umgebung, in der die User eigenständig entscheiden können, welche einzelnen Services sie verwenden.

Strukturiert in verschiedene Portfolios und mit einer Vielzahl von Softwarelösungen unterstützt die SAP BTP Unternehmen bei der

  • Entwicklung,
  • Verwaltung,
  • Optimierung und
  • Verknüpfung von Anwendungen und Daten.

Sie bildet somit die technologische Grundlage für zahlreiche SAP-Prozesse, sei es in SAP ERP, SAP S/4HANA oder anderen SAP-Cloud- und On-Premise-Lösungen.


Wie ist SAP BTP aufgebaut?

Die SAP Business Technology Platform (SAP BTP) besteht aus einer modularen Architektur, die Unternehmen dabei unterstützt, Anwendungen zu entwickeln, Daten zu verknüpfen und Geschäftsprozesse flexibel zu erweitern. Grundsätzlich lässt sich die Plattform auf zwei Ebenen verstehen: den technischen Architektur-Ebenen und den funktionalen Kernbereichen.


Die drei Ebenen der SAP BTP

Die drei Ebenen der SAP BTP


Die Architektur der SAP BTP gliedert sich in drei zentrale Ebenen, die unterschiedliche Aufgaben innerhalb der Plattform übernehmen.

1. Foundational Plane: Die technologische Grundlage

Die Foundational Plane bildet das Fundament der SAP Business Technology Platform. Sie stellt grundlegende Dienste für die Multi-Cloud-Infrastruktur bereit und sorgt dafür, dass Anwendungen sicher, skalierbar und regelkonform betrieben werden können.

Zu dieser Ebene gehören unter anderem Entwicklertools für cloud-native Anwendungen sowie zentrale Sicherheits- und Compliance-Funktionen wie:

  • Identity Management
  • Access Management
  • Datenschutz und Datensicherheit
  • Audit Logging
  • Lifecycle Management

Darüber hinaus stellt die Foundational Plane anwendungsübergreifende Services bereit, die in sämtliche BTP-Anwendungen integriert werden können. Einheitliche Schnittstellen (APIs), die auf dem SAP One Domain Model basieren, erleichtern dabei die Verbindung verschiedener Anwendungen und Datenquellen. Für die Integration von SAP- und Drittanbietersystemen kommt häufig die SAP Integration Suite zum Einsatz.

2. Data Plane: Daten zentral nutzbar machen

Die Data Plane bündelt alle Funktionen rund um Datenmanagement, Datenintegration und Data Warehousing. Ihr Ziel ist es, Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen und für Analysen, Planung und operative Prozesse nutzbar zu machen.

Die Ebene nutzt ebenfalls das SAP One Domain Model, um konsistente Datenmodelle zu definieren und Informationen systemübergreifend verfügbar zu machen. Unternehmen können Daten dadurch besser strukturieren, analysieren und in Echtzeit auswerten.

Gerade in komplexen IT-Landschaften schafft die Data Plane eine wichtige Grundlage für datengetriebene Entscheidungen.

3. Application Plane: Anwendungen entwickeln und steuern

Die Application Plane bildet die Anwendungsebene der SAP BTP und ist der zentrale Arbeitsbereich für Entwickler:innen und Fachabteilungen.

Über das SAP BTP Cockpit können Unternehmen SAP- und Drittanbieter-Anwendungen zentral verwalten, konfigurieren und miteinander verbinden. Gleichzeitig erhalten User Zugriff auf den Application Marketplace sowie auf verschiedene Services des SAP-Ökosystems.

Ein Vorteil dieser Ebene ist die Unterstützung unterschiedlicher Entwicklungsansätze. Neben klassischen Entwicklungsumgebungen lassen sich auch Low-Code- und No-Code-Technologien einsetzen. Dadurch können sogenannte Citizen Developer bestimmte Prozesse oder Automatisierungen mit geringem Programmieraufwand umsetzen, beispielsweise mithilfe von Robotic Process Automation (RPA).

Die vier Kernbereiche der SAP Business Technology Platform

Neben ihrer technischen Architektur lässt sich die SAP BTP in vier funktionale Kernbereiche unterteilen. Diese bilden die Grundlage für Datenmanagement, Integration, Analyse und intelligente Prozessautomatisierung.

1. Data & Database Management

Dieser Bereich umfasst die Verwaltung, Speicherung und Integration von Unternehmensdaten. Unternehmen greifen hier auf Technologien wie SAP HANA, SAP HANA Cloud, SAP IQ oder SAP Adaptive Server Enterprise zurück.

Ergänzt wird dieser Bereich durch Lösungen wie SAP Master Data Governance, SAP Data Intelligence und SAP Information Steward, die dabei helfen, Stammdaten zu verwalten, Datenqualität zu verbessern und Datenquellen zusammenzuführen.

Das Ziel besteht darin, Daten effizient zu speichern, Redundanzen zu reduzieren und Informationen aus SAP- sowie Drittsystemen zentral nutzbar zu machen.

2. Analytics

Im Bereich Analytics analysieren Unternehmen Daten aus unterschiedlichen Quellen in Echtzeit und gewinnen daraus geschäftsrelevante Erkenntnisse.

Dadurch entsteht eine bessere Transparenz über Prozesse, Kennzahlen und Entwicklungen. Unternehmen erhalten eine fundierte Datengrundlage, um Entscheidungen schneller und gezielter treffen zu können.

3. Application Development & Integration

Die Anwendungsentwicklung und Systemintegration gehören zu den zentralen Aufgaben der SAP Business Technology Platform.

Unternehmen können bestehende SAP-Lösungen erweitern, individuelle Anwendungen entwickeln und verschiedene Systeme miteinander verbinden. Hierfür stehen Services wie die SAP Extension Suite, die SAP Integration Suite oder SAP Process Orchestration zur Verfügung.

Besonders relevant ist dieser Bereich für Unternehmen, die SAP-Systeme flexibel erweitern möchten, ohne Anpassungen direkt im ERP-Kern vorzunehmen.

4. Intelligent Technologies

Im Bereich Intelligent Technologies bündelt SAP moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Automatisierung, Internet of Things (IoT) und intelligente Prozesssteuerung.

Services wie SAP Intelligent Robotic Process Automation oder SAP Conversational AI helfen Unternehmen dabei, repetitive Aufgaben zu automatisieren oder digitale Assistenzsysteme bereitzustellen.

Dadurch lassen sich Prozesse effizienter gestalten und neue digitale Geschäftsmodelle schneller umsetzen.

Welche Probleme SAP BTP löst

Die SAP Business Technology Platform bietet Unternehmen messbare Ergebnisse: Laut einer IDC-Studie vom Juli 2025, beauftragt von SAP, erzielen Unternehmen, die SAP BTP in Verbindung mit SAP-Anwendungen nutzen, einen durchschnittlichen Drei-Jahres-ROI von 516 % bei einem Amortisationszeitraum von acht Monaten. Die Plattform bietet dafür eine solide Grundlage, um Effizienz zu steigern, Daten optimal zu nutzen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.

In der folgenden Übersicht zeigen wir typische Herausforderungen und die daraus entstehenden konkreten Effekte für Unternehmen.

Typische HerausforderungLösung durch SAP BTPKonkreter Business-Effekt
Daten liegen verteilt in SAP- und Non-SAP-Systemen und sind schwer nutzbarZentrale Integration über SAP Integration Suite und API-basierte ArchitekturEntscheidungen basieren auf aktuellen Daten statt auf verzögerten Reports
Erweiterungen werden direkt im ERP-Kern umgesetzt und erschweren UpdatesClean-Core-Ansatz: Erweiterungen laufen außerhalb des SAP S/4HANA-KernsSchnellere Upgrades, weniger technische Abhängigkeiten und geringere Wartungskosten
Neue Anwendungen benötigen lange EntwicklungszyklenLow-Code-, No-Code- und Pro-Code-Entwicklung auf einer PlattformDeutlich kürzere Time-to-Market für neue Prozesse und digitale Produkte
Prozesse laufen manuell über mehrere Systeme hinwegWorkflow-Automatisierung und RPA über SAP BTP ServicesWeniger manuelle Arbeit, geringere Fehlerquote und messbare Effizienzgewinne
Fehlende Transparenz über Cloud-Services und NutzungZentrales Monitoring, Governance und Usage Tracking in der BTPBessere Kostenkontrolle und Vermeidung von Schatten-IT
Lizenzkosten sind schwer planbar und oft intransparentVerbrauchsbasierte Modelle (BTPEA / PAYG) mit detailliertem Usage TrackingHöhere Budgetkontrolle und transparentere IT-Kostenstruktur
Isolierte Systemlandschaften verhindern End-to-End-ProzesseStandardisierte APIs verbinden SAP- und DrittanbietersystemeStabilere End-to-End-Prozesse und geringerer Integrationsaufwand im Betrieb
Hohe Innovationshürden durch starre ERP-StrukturenCloud-native Erweiterungen außerhalb des KernsystemsSchnellere Umsetzung neuer Geschäftsmodelle ohne Systemrisiko

Der größte strategische Nutzen der SAP BTP entsteht dort, wo Unternehmen nicht nur einzelne Probleme lösen, sondern ihre gesamte Systemlandschaft schrittweise entkoppeln, standardisieren und modernisieren. Dadurch sinken langfristig sowohl technische Komplexität als auch Betriebskosten, während gleichzeitig die Innovationsgeschwindigkeit steigt.

Praktische Anwendungsbeispiele der BTP von SAP

Die SAP Business Technology Platform bietet Unternehmen eine Vielzahl von Services für verschiedene Zwecke. Hier sind einige häufige Beispiele für deren Anwendung:

  1. Unternehmen können ihre Anwendungen wie SAP Fiori zentral über ein Portal bereitstellen, was Mitarbeitenden, Partnern sowie Lieferanten den Zugriff erleichtert, ohne dass das eigene Netzwerk für das Internet geöffnet werden muss.
  2. Die Plattform ermöglicht es, verschiedene Systeme miteinander zu verbinden, beispielsweise SAP HCM mit SuccessFactors oder Salesforce mit SAP.
  3. Durch den SAP Workflow Service lassen sich Arbeitsabläufe effizienter gestalten.
  4. Kunden- und Lieferantenportale können eingerichtet werden, um die Kommunikation und Zusammenarbeit zu verbessern.
  5. Mit der Plattform können Unternehmen Chatbots entwickeln, die Support-Anfragen in natürlicher Sprache bearbeiten und interne Mitarbeitende entlasten.
  6. Außerdem können Unternehmen mobile Anwendungen für Android und iOS über die SAP Mobile Services bereitstellen.

SAP BTP einführen: Typische Risiken und häufige Fehler

Ein realistischer Blick auf die Einführung der SAP BTP gehört dazu, denn die Plattform bietet viel Potenzial, birgt aber auch Fallstricke, die in der Praxis regelmäßig auftreten.

Der „Big Bang"-Ansatz. Viele Projekte scheitern daran, dass zu viel auf einmal umgesetzt werden soll. Eine schrittweise, risikoarme Migration ist der zuverlässigere Weg, mit klar definierten Use Cases, die schnell Ergebnisse liefern, bevor die Plattform weiter ausgebaut wird.

Fehlende Governance von Anfang an. Ein typisches Muster: Die IT-Organisation beschafft einen Global Account, erste Projekte entstehen schnell und unkontrolliert. Solange keine klaren Strukturen für Rollen, Berechtigungen, Namenskonventionen und Budgetverantwortung etabliert sind, wächst die Komplexität schneller als der Nutzen, und spätere Korrekturen sind aufwändig. Governance-Strukturen sollten deshalb nicht nachgelagert, sondern als Grundlage des Projekts definiert werden.

Lizenzkosten ohne Nutzungsübersicht. Viele Unternehmen zahlen für Services, die sie nicht oder kaum nutzen, oft weil diese im Gesamtpaket mitgekauft wurden. Ohne aktives Monitoring der tatsächlichen Nutzung bleiben Einsparpotenziale ungenutzt und Budgets schwer planbar. Ein strukturiertes Software Asset Management zahlt sich hier direkt aus.

Unzureichendes Change Management. Die SAP BTP verändert nicht nur technische Abläufe, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen. Entwicklungsteams und Citizen Developer müssen frühzeitig eingebunden und gezielt weitergebildet werden. Projekte, die diesen organisatorischen Aspekt unterschätzen, stoßen bei der Skalierung regelmäßig auf Widerstände.

Overengineering bei der Servicewahl. Die Vielzahl verfügbarer BTP-Services verleitet dazu, mehr zu integrieren als nötig. Eine klare Priorisierung nach konkretem Geschäftsnutzen, statt technischer Vollständigkeit, ist der wirksamste Schutz gegen unnötige Komplexität und Kosten.

SAP BTP Kosten und Lizenzmodelle: Was Unternehmen wissen müssen

Das Lizenzmodell der SAP BTP unterscheidet sich grundlegend von klassischen Softwarelizenzen: Abgerechnet wird nicht nach Nutzeranzahl, sondern nach tatsächlichem Verbrauch; also nach API-Aufrufen, Compute-Stunden, Automatisierungsminuten oder Speichervolumen.

SAP bietet aktuell drei kommerzielle Hauptmodelle an:

Free Tier eignet sich für Einstieg, Test und Entwicklung ohne sofortige Kosten. Viele Services sind im Free Tier mit begrenztem Volumen zugänglich; ein späterer Wechsel in ein produktives Modell ist ohne Neuinstallation möglich.

Subscription funktioniert als klassisches Festpreismodell: Unternehmen zahlen eine jährliche Pauschale für definierte Services – etwa die Integration Suite oder SAP Build Work Zone. Das Modell eignet sich, wenn der Nutzungsumfang vorhersehbar und stabil ist.

Consumption-Modell (BTPEA/PAYG) ist das flexibelste und für die meisten Unternehmen mit dynamischen Anforderungen das strategisch stärkste Modell. SAP positioniert das BTP Enterprise Agreement (BTPEA) dabei als Weiterentwicklung des früheren CPEA-Modells: Unternehmen erwerben ein Credit-Kontingent und verbrauchen dieses flexibel über alle genutzten BTP-Services. Pay-As-You-Go (PAYG) funktioniert ohne Vorabverpflichtung und eignet sich besonders für Pilotprojekte oder Phasen mit unklarem Nutzungsvolumen.

Wichtig zu wissen: Die Modelle lassen sich kombinieren. Ein Unternehmen kann beispielsweise einen Consumption-basierten Global Account führen und einzelne, intensiv genutzte Services zusätzlich als Subscription abschließen.

SAP BTP und die Zukunft: Clean Core, KI und RISE with SAP

Die SAP BTP ist längst mehr als eine Entwicklungs- und Integrationsplattform. Sie ist zum strategischen Fundament der gesamten SAP-Landschaft geworden. Drei Entwicklungen prägen dabei die Richtung für die kommenden Jahre besonders stark.

Clean Core: Erweiterungen außerhalb des Kerns

Die Clean-Core-Strategie hat sich zur zentralen Leitlinie moderner SAP-Architekturen entwickelt. Das Prinzip: Anpassungen und Erweiterungen werden nicht mehr direkt im ERP-Kern vorgenommen, sondern sauber daneben – als eigenständige, cloud-native Anwendungen auf der SAP BTP. Freigegebene APIs stellen dabei die Verbindung zum Kernsystem sicher, ohne dessen Upgradefähigkeit zu beeinträchtigen.

Der praktische Vorteil: Unternehmen mit einem Clean Core können neue SAP-Funktionen einschließlich KI-Features direkt bei Release nutzen, anstatt auf ein aufwändiges Retrofit-Projekt warten zu müssen. SAP stellt mit dem BTP Guidance Framework ein strukturiertes Rahmenwerk bereit, das Architekten und Entwickler bei der Umsetzung dieser Strategie unterstützt.

SAP Joule: KI direkt in der Entwicklungsumgebung

SAP Joule for Developers unterstützt Entwickler aller Erfahrungsstufen durch kontextbezogene, KI-gestützte Tools auf Basis SAP-spezifischer Modelle für ABAP, Java, JavaScript sowie visuelle Low-Code-Werkzeuge. Darüber hinaus ermöglicht der Joule Studio Agent Builder die Entwicklung agentenbasierter Workflows, die SAP-Analysen mit nachgelagerten Systemen verknüpfen und Aufgaben über Abteilungsgrenzen hinweg automatisieren.

RISE with SAP: BTP als integraler Bestandteil

RISE with SAP 2025 enthält Joule AI ohne zusätzliche Lizenzkosten, ein erweitertes verbrauchsbasiertes BTP-Bundle sowie integrierte Clean-Core-Monitoring-Tools. Unternehmen, die RISE with SAP nutzen, erhalten damit eine deutlich breitere Plattformbasis als noch in früheren Vertragsgenerationen, ohne separate Einzelsubscriptions für Integration Suite oder SAP Build.

2025 markiert dabei den Übergang von „BTP verstehen" zu „BTP nutzen": Unternehmen, die ihre BTP-Architektur jetzt strategisch aufsetzen, schaffen die Voraussetzung, um KI-basierte Innovationen schnell und sicher in ihre Prozesse zu integrieren, statt sie nachzurüsten.

Zalaris bringt SAP-Technologieexpertise und internationales HR- und Payroll-Know-how in einem Ansprechpartner zusammen. Sprechen Sie jetzt mit unseren Experten und erfahren Sie, welche BTP-Services für Ihre Prozesse den größten Hebel bieten.




FAQ: Häufige Fragen zur SAP BTP

Karsten Reincke-Brandt

Karsten Reincke-Brandt

Author

Mit über 20 Jahren Erfahrung in der Projektsteuerung, Beratung und Betreuung verschiedenster SAP HCM-Themen, hat Karsten Reincke-Brandt schon viele Unternehmen bei der Transformation ihrer HR-Prozesse begleitet. Bei Zalaris verantwortet er als Director Sales verschiedene vertriebliche Aktivitäten und kennt die Fragen, die sich Unternehmen vor und auch während der Zusammenarbeit mit einem HR-/IT-Dienstleister stellen.