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SAP Business Explorer (BEx): Datenbasierte Entscheidungen im HR-Bereich treffen

Datenbasierte Entscheidungen bestimmen mehr und mehr den Erfolg von HR-Strategien. Ihre Personalabteilung sollte darum wissen, wie sie aus einer Fülle von Mitarbeitendendaten aussagekräftige Erkenntnisse gewinnen kann.

Georg Schiebl

22.04.2026 · 7 min read

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SAP Business Explorer

Das Support-Ende der Excel-basierten Business Explorer-Tools (BEx) wurde eingeleitet, und viele HR-Teams stehen vor der Frage, wie sie ihre bestehende Reporting-Landschaft sinnvoll weiterführen können. SAP BEx ist in zahlreichen Organisationen tief verankert, gerade im HR-Bereich.

Dieser Artikel zeigt, welche Rolle BEx heute noch spielt, welche Auswirkungen die Support-Änderungen haben und wie HR-Abteilungen den Übergang zu moderneren Analytics-Lösungen ohne Brüche gestalten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • SAP Business Explorer (BEx) ist ein bewährtes Frontend-Tool für HR-Reporting und -Analysen auf Basis von SAP Business Warehouse
  • Excel-basierte BEx-Tools (Analyzer, Workbooks) erreichten im Oktober 2025 das Ende des regulären Supports
  • Ein hybrider Ansatz ermöglicht die Nutzung bestehender BEx-Infrastruktur während der schrittweisen Migration
  • Die Migration zu SAP Analysis for Office oder SAP Analytics Cloud ist mittelfristig sinnvoll
  • BEx bleibt ein wertvolles Werkzeug für strukturierte, multidimensionale HR-Analysen

Was ist SAP BEx? – Grundlagen und Bedeutung für HR

Der globale Markt für HR-Analytics wächst. Das ist ein deutliches Signal dafür, dass datengestützte HR-Praktiken inzwischen zu einem wichtigen Erfolgsfaktor geworden sind.

Der SAP Business Explorer ist eine Suite von Frontend-Tools, die HR-Abteilungen den Zugriff auf und die Analyse von Daten aus dem SAP Business Warehouse (BW) ermöglicht.

Im Kern ist es ein Berichts- und Analysewerkzeug, das unter Nutzung von Microsoft Excel multidimensionale Daten aus Ihrem HR-Informationssystem in verständliche, interaktive Berichte übersetzt.

HR-Professionals können komplexe Personalanalysen durchführen, ohne SQL-Abfragen schreiben oder komplizierte Datenbankstrukturen verstehen zu müssen.

Einige der wichtigsten Komponenten im Überblick

SAP BEx: Die wichtigsten Komponenten im Überblick

Typische Einsatzbereiche im HR-Reporting

Für die strategische Personalplanung sind Analysen von Headcount-Entwicklungen, demografischen Trends und Skill-Gaps entscheidend, um langfristige Personalstrategien erfolgreich umzusetzen. Statistiken zeigen, dass 94 % der Organisationen Fluktuationsraten verfolgen und 89 % Time-to-Fill-Kennzahlen monitoren.

Auch andere operative HR-Kennzahlen wie die Time-to-Hire, Kosten pro Einstellung oder Krankheitsquoten können getrackt werden. Detaillierte Analysen zu Personalkostenstrukturen, Überstundenentwicklung und Budgetabweichungen dienen dem Kostencontrolling.

Wichtiger Hinweis: Support-Änderungen ab Oktober 2025

Die Excel-basierten BEx-Tools (BEx Analyzer, BEx Workbooks und BEx Broadcaster) erreichten am 15. Oktober 2025 das Ende des regulären Mainstream-Supports. Das bedeutet, SAP stellt für diese Komponenten keine neuen Funktionen, Patches oder Updates mehr bereit. Die Tools wechseln in den „Customer-Specific Maintenance"-Modus, in dem SAP noch individuelle Support-Anfragen gegen Aufpreis bearbeitet.

Für Ihr Unternehmen heißt das, dass die Tools weiter funktionieren, Sie jedoch keine automatischen Sicherheitsupdates oder Fehlerbehebungen mehr erhalten. Bei kritischen Problemen sind Sie auf kostenpflichtige Einzellösungen angewiesen.

BEx-Tools ohne Excel-Abhängigkeit (BEx Query Designer, BEx Web Analyzer) bleiben noch bis Ende 2027 (Mainstream-Support) bzw. 2030 (erweiterter Support) mit regulärem Service verfügbar.

SAP Business Explorer im HR-Kontext nutzen: Features, Vorteile und Mehrwert

Der SAP Business Explorer bringt einige praktische Features für HR-Abteilungen mit:

  • Multidimensionale Datenanalyse: Betrachten Sie Fluktuation gleichzeitig nach Standort, Abteilung, Altersgruppe und Dienstalter – mit flexiblem Drill-down zwischen den Dimensionen.
  • Zeitreihenanalysen: Verfolgen Sie HR-Kennzahlen über Monate oder Jahre hinweg, um Trends frühzeitig zu erkennen und saisonale Muster zu identifizieren.
  • Variablen und Filter: Erstellen Sie parametrisierte Berichte, bei denen Nutzende selbst bestimmen können, welchen Zeitraum oder welche Organisationseinheit sie analysieren möchten.

Konkrete Vorteile für HR-Abteilungen

Die konsistente Datenbasis beendet dezentrale Excel-Listen mit unterschiedlichen Zahlen. Alle arbeiten mit derselben, zentral gepflegten Datengrundlage. Informationen zu Personaländerungen stehen unmittelbar allen zur Verfügung.

Die Historisierung bewahrt alle Datenstände: Sie vollziehen jederzeit nach, wie der Personalbestand zu einem bestimmten Stichtag aussah.

Rollenbasierte Zugriffe steuern granular, wer welche Daten sieht. Personaladministration erhält nur Stamm- und Zeitdaten, Personalkostencontroller zusätzlich Vergütungsdaten. Das System prüft Berechtigungen automatisch.

Schnelle Ad-hoc-Analysen beantworten spontane Managementfragen binnen Minuten, ohne IT-Anfragen oder manuelle Listenführung. Der BEx Broadcaster automatisiert Standardberichte und verteilt sie per E-Mail an definierte Empfänger.

Mehrwert für Führungskräfte und Management

BEx ermöglicht fundierte Personalentscheidungen statt Bauchgefühl. Workload-, Überstunden- und Fluktuationsdaten liefern objektive Argumente für neue Positionen. Retention-Raten und Exit-Interview-Daten zeigen, ob sich Benefit-Programme lohnen. Organisationen mit ausgereiften HR-Analytics-Programmen treffen 5-mal wahrscheinlicher schnelle und datengestützte Entscheidungen.

Dashboards verschaffen Führungskräften einen aktuellen Überblick über Fluktuation, Krankenstand und Recruiting-Performance. Bereichsleiter sehen Altersstruktur-Entwicklungen und initiieren Nachfolgeplanungen. Die Geschäftsführung vergleicht Entwicklungen über Standorte hinweg.

Standardisierte Reports erfüllen Compliance-Anforderungen aus internen und externen Richtlinien. Die Historisierung beantwortet nachträgliche Anfragen zu vergangenen Perioden zuverlässig und reduziert den Aufwand bei Audits.

Fallbeispiel: Wie HR den SAP Business Explorer optimal einsetzt

Folgendes Beispiel illustriert mögliche Anwendungsfälle des SAP Business Explorer anhand eines fiktiven Unternehmens: Die HR-Abteilung eines Fertigungsunternehmens mit 2500 Mitarbeitenden steht vor der Herausforderung, eine steigende Fluktuation in der Produktion zu analysieren.

Das Team setzt BEx Query Designer ein, um eine zentrale Fluktuationsanalyse auf Basis der vorhandenen HR-Daten mit folgenden Dimensionen zu erstellen: Zeitdimension, Organisationseinheit, Mitarbeitendenmerkmale und Fluktuationskennzahlen.

Die Auswertung erfolgt anschließend über den BEx Web Analyzer, der flexible Drilldowns und Vergleiche ermöglicht. Offenbart werden überdurchschnittliche Fluktuation bei Mitarbeitenden mit 6–18 Monaten Betriebszugehörigkeit an einem bestimmten Standort.

Daraufhin wird gezielt ein verbessertes Onboarding-Programm, Führungskräfte-Coaching und Anpassungen der Vergütungsstruktur eingeleitet. Ergänzend wird die zugrunde liegende BEx-Query in eine regelmäßig aktualisierte Webanwendung (BEx Web Application Designer) eingebettet, um die Frühfluktuation kontinuierlich zu überwachen.

Wahrscheinliches Ergebnis: Nach 12 Monaten zeigt das fortlaufende BEx-Monitoring eine Reduktion der Frühfluktuation und entsprechende Einsparungen bei Replacement-Kosten.

SAP BEx vs. moderne BI-Tools: Was bleibt, was ergänzt sich?

Die Business-Intelligence-Welt hat sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert. Während BEx in den frühen 2000er Jahren State-of-the-art war, setzen moderne Cloud-basierte Lösungen neue Standards: Self-Service-Analytics, intuitive Drag-and-Drop-Interfaces, mobile Verfügbarkeit und KI-gestützte Insights prägen die aktuelle Generation von BI-Tools. 

Das stellt HR-Abteilungen vor die Frage: Wie lange bleibt BEx relevant, und welche Alternativen bieten sich an?

Kurzer Vergleich: BEx vs. moderne Alternativen

SAP Analysis for Office tritt als direkter Nachfolger von BEx Analyzer an und verbessert die Benutzeroberfläche sowie Performance deutlich.

Das Tool unterstützt moderne Office-Versionen einschließlich Office 365 und bleibt dabei kompatibel mit bestehenden BEx Queries, die Sie weiternutzen können. Aktuell befindet sich Analysis for Office im Maintenance-Modus, während SAP langfristig auf das SAC Add-In fokussiert.

Mit Zalaris PeopleHub erhalten Sie eine vollständige HR- und Payroll-Plattform, die Reporting & Analytics nahtlos in Core HR, Zeitmanagement und Talentmanagement integriert. PeopleHub bietet flexible Reporting-Tools für individuelle Dashboards, die auf einen Blick zeigen, wie es Ihrer Belegschaft wirklich geht: Mit echtzeitgenauen Daten und ohne zeitaufwändige Installationen.

Besonders hervorzuheben ist die mobile Verfügbarkeit über benutzerfreundliche Interfaces sowie die Integration mit SAP-Systemen.

Integration von SAP BEx und modernen BI-Lösungen

Ein schrittweiser, hybrider Ansatz ist möglich und oft sinnvoll.

  • Kurzfristig (2025–2026): Bewerten Sie Ihren BEx-Bestand und migrieren Sie kritische Excel-basierte Berichte zu Analysis for Office. SAP bietet Konvertierungs-Tools, die den Aufwand erheblich reduzieren.
  • Mittelfristig (2026–2028): Etablieren Sie SAC für strategische Management-Dashboards, während Analysis for Office für operative Ad-hoc-Analysen genutzt wird.
  • Langfristig (2028+): Konvergieren Sie auf SAC als primäre Plattform und erweitern Sie um prädiktive Analytics-Fähigkeiten.

Empfehlung für HR-Abteilungen: Der hybride Ansatz

Für die meisten HR-Organisationen empfiehlt sich eine pragmatische Mischstrategie, die bestehende Investitionen in BEx-Queries nutzt, kritische Excel-basierte Berichte rechtzeitig zu Analysis for Office migriert und schrittweise SAC für zukunftsweisende Analytics-Szenarien einführt.

Warum der SAP Business Explorer ein wertvolles HR-Analysewerkzeug bleibt

SAP Business Explorer hat über viele Jahre hinweg HR-Abteilungen bei datenbasierten Entscheidungen unterstützt. Die anstehenden Support-Änderungen bedeuten nicht, dass Ihre Investitionen wertlos werden.

Im Gegenteil: Die in BEx erstellten Queries, das aufgebaute Know-how und etablierte Prozesse bilden eine gute Grundlage für den Übergang zu modernen Analytics-Plattformen.

Zalaris unterstützt Sie auf Ihrem individuellen Transformationsweg: Als einer der führenden SAP-Partner für HR-Lösungen in Europa verfügen wir über Expertise sowohl in SAP BEx als auch in modernen Analytics-Plattformen.

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Unsere Leistungen für Ihr HR-Reporting:

  • BEx-Analyse und Migrationsstrategie: Wir bewerten Ihre bestehende Landschaft und entwickeln einen individuellen Migrationspfad
  • Analysis for Office-Migration: Professionelle Konvertierung Ihrer kritischen Workbooks mit minimaler Unterbrechung
  • Managed Services: Betrieb, Wartung und kontinuierliche Weiterentwicklung Ihrer HR-Analytics-Umgebung

Ob BEx-Optimierung oder Migration, wir unterstützen Sie mit praxisnaher Beratung, technischen Assessments und einem strukturierten Migrationspfad. Sie erhalten klare Empfehlungen, transparente Aufwände und ein Setup, das im HR-Alltag funktioniert.

Wenn Sie Ihre Reporting-Landschaft modernisieren möchten, ohne interne Ressourcen zu überlasten, melden Sie sich für ein erstes Gespräch bei uns.

FAQ

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Georg Schiebl

Author

Georg Schiebl bringt mehr als 13 Jahre Erfahrung im SAP Consulting als auch im SAP Sales, insbesondere für HXM und Talent Management Lösungen, mit. Als Leitung für Vertrieb und Marketing bei Zalaris berät er Unternehmen im Bereich Digitalisierung und Transformation von HR-Prozessen und ist zudem für unsere Großkunden verantwortlich.